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Titelbild von Jana Kreisl
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Vorpommern/Stralsund. Die letzte der vier Regionalen Kulturkonferenzen stand unter einem guten Zeichen. Für Stralsund waren die meisten Anmeldungen eingegangen, mancher Workshopraum bis zum Machbaren gefüllt. Und es schwirrte. Überall schwirrte ein Geist des Aufbruchs, der Erwartung und der Hoffnung.

Ab 9:00 Uhr am 28. März 2019 füllte sich der Löwensche Saal des Stralsunder Rathauses mit Leben. Viele aus Politik und Kultur waren gekommen, um sich einzubringen, zu unterstützen und zwar zu einer Herzensangelegenheit – unserer Kulturentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern und an diesem Tag speziell in Vorpommern. Denn in unserem Flächenland ist die Bewältigung des Ehrenamtes, dessen sich viele in Kunst- und Kultur verschrieben haben, eine ganz besondere Herausforderung.

Kultur ist Lebensmittel! Menschen müssen mit Kultur versorgt werden, denn Kultur stärkt Identität. Kultur ist Wert und sollte als solcher begriffen werden und nicht freiwillige Leistung sein.

Die lauteste Stimme, die vernommen werden konnte, war die Forderung nach Hauptamtlichkeit und finanzieller Unterstützung. Kultur kann sich nur entwickeln, wenn sie kein Ehrenamt bleibt. Unsere Kunst- und Kultur braucht eine stärkere Lobby. Die Arbeit unserer Kunst- und Kulturschaffenden muss ebenso als altruistische Leistung verstanden werden, denn nur so gewinnt sie einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft!

Die Frage was unsere Kultur in ihrem gegenwärtigen Entwicklungsprozess braucht, versuchte unsere Vorstandsvorsitzende Marion Schael in ihrer Ansprache zu beantworten. „Die kulturpolitischen Leitlinien müssen als Handlungsempfehlung und als Beitrag zur zukünftigen Gestaltung und gemeinsamen Wahrnehmung der Verantwortung für die Kunst und Kultur in unserem Land verstanden werden. Kultur schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit. Es prägt die Lebensqualität, die Soziokultur und die Entwicklung unserer unterschiedlichen Generationen. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Stärkung der Kulturfinanzen.“

In den sieben Workshops, die zur Entwicklung der kulturpolitschen Leitlinien beitragen sollen, qualmten den Teilnehmenden die Köpfe. Es wurde über Qualität in Kunst- und Kultur, über Visionen, über Netzwerke, über Finanzierung und vieles mehr diskutiert und sich ausgetauscht.

„Wir müssen uns dafür stark machen, dass Künstler und Künstlerinnen an deren Ausstellungen sich die Gemeinschaft erfreut, dafür auch entlohnt werden. Auch wenn eben nichts verkauft wird.“ so Dorina Kasten, Bereich Volkskunde und bildende Kunst im Stralsund Museum.

Zum Abschluss der Konferenz wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen präsentiert. Und wir hoffen, dass viele aber vor allem, die Kümmerer in Schwerin eine Erkenntnis zur Antwort auf die Frage „Was braucht unsere Kultur?“ mitgenommen haben.

Die Ergebnisse aller Regionalen Kulturkonferenzen sind unter www.kultur-mv.de einsehbar.

Falls Sie es nicht geschafft haben dabei zu sein, können Sie ihre Ideen und Anregungen gerne an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern unter poststelle@bm.mv-regierung.de senden. Oder einfach an uns, den Kunst-und Kulturrat VR netzwerk@kukura-vr.de wir leiten es sehr gerne weiter.